KitaPlus: Die Evaluationsteams berichten

Erzieherin mit spielenden Kindern

27. Februar 2018 / Comments (0)

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Was sind bedarfsgerechte Öffnungszeiten und wie kann es Kitas gelingen, sie zu realisieren? Auf diese Fragen sucht das Bundesprogramm KitaPlus Antworten. Es startete 2016 und läuft noch bis Ende 2018. Insgesamt rund 300 Kitas sollen Wege erproben, um Öffnungszeiten an Werktagen auszuweiten und Wochenend- oder Über-Nacht-Betreuung anzubieten. Auch ein VFUKS-Träger beteiligt sich.

Die Teams der Univation GmbH und des Instituts für den Situationsansatz (ISTA) in der INA gGmbH, die mit der Evaluation des Programms beauftragt sind, veröffentlichten jetzt zwei Arbeitspapiere.

Grundlagenbericht: Zustimmung zur Ausweitung von Betreuungszeiten

Der erste Bericht beschäftigt sich mit den fachlichen und gesellschaftspolitischen Grundlagen für die Ausgestaltung bedarfsgerechter Öffnungszeiten. Die Untersuchung zeigt, dass erweitere Betreuungszeiten breit gewünscht sind. Viele berufstätige Eltern haben zum Beispiel ungewöhnliche Arbeitszeiten oder möchten Phasen der Fort- und Weiterbildung mit ihrer Familienverantwortung vereinbaren. Ein Betreuungsangebot zwischen 8.00 und 16.00 Uhr, das noch dazu lediglich an Wochentagen gilt, passt für sie daher nur bedingt.

Wichtig bei der Ausweitung der Betreuungszeiten sei, dass Kinder auch in diesen Zeiträumen partizipativ mitgestalten könnten und eine lernanregende Umgebung und pädagogische Fachkräfte vorfänden, die sie in ihren Bildungsprozessen unterstützen. Das Interesse und Wohl der Kinder müsse im Mittelpunkt stehen, sagen die Wissenschaftlerinnen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Ausweitung der Betreuungszeiten seien längst gestellt, heißt es in dem Arbeitspapier. Für die Finanzierung gelte das jedoch nicht in gleichem Maße. Daher ist es wichtig, dass KitaPlus die nötigen ökonomischen Grundlagen schafft, damit die Modellkitas Konzepte erarbeiten und neue Angebote erproben können.

Modellvorhaben: Große Ideenvielfalt

Im zweiten Bericht haben die Evaluationsteams die Modellvorhaben und ihre Konzepte untersucht. Sie sahen sich mit einer großen Bandbreite unterschiedlicher Träger, Kitagrößen und Umsetzungsideen konfrontiert. Auch viele Kindertagespflegepersonen sowie Großtagespflegestellen nehmen teil. Die meisten Einrichtungen möchten ihre Öffnungszeiten unter der Woche um bis zu 25 Wochenstunden verlängern. Etwa ein Drittel der Modellstandorte plant, Betreuung an Samstagen anzubieten. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung erproben nur acht Kitas.

Die Ausgangssituation der teilnehmen Einrichtungen ist sehr unterschiedlich. Während einige nur wenige Anpassungen vornehmen müssen, um ihre Betreuungszeiten dem Bedarf anzupassen, sind für andere größere Umgestaltungen nötig.

“Kindertagespflegepersonen sind im Vergleich zu den Kindertagesstätten deutlich häufiger in den Nachtstunden und an Wochenenden aktiv. Es deutet einiges darauf hin, dass sich die beteiligten Kindertagespflegepersonen insbesondere auf die Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenendbetreuung spezialisieren”, heißt es im Bericht.

VFUKS-Träger möchte Kitas und Kindertagespflege verbinden

Das Konzept-e Netzwerk – ein im VFUKS organisierter Träger – nimmt mit einigen seiner Stuttgarter Kitas am Programm teil. Der Träger plant eine enge Verzahnung von Kita und Kindertagespflege. Dafür bildet er Kindertagespflegepersonen aus, die anschließend – fest angestellt – für die Randzeitenbetreuung in seinen element-i Kinderhäusern zuständig sein werden. So soll es gelingen, trotz eines derzeit eklatanten Mangels an Fachkräften, Eltern Betreuungszeiten anzubieten, die über den normalen Ganztag hinausgehen.

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