Teilen macht Kinder glücklich …

Ein kleiner Junge gibt einem Mädchen beim Essen in der Kita etwas ab.

16. Juli 2019 / Comments (0)

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… wenn es aus eigenem Antrieb erfolgt. Das fand ein Team aus Psychologinnen und Psychologen in einer Untersuchung mit Kindergartenkindern in China heraus. Wenn das Teilen von ihnen erwartet wird, geben sie zwar mehr ab, zeigen aber keinen emotionalen Gewinn.

Über die Studie

Das chinesisch-amerikanische Wissenschaftsteam beobachtete in der Studie 139 Kinder im Alter von drei und fünf Jahren. Je nach Versuchssituation erhielten sie als Belohnung für ein gelöstes Puzzle jeweils sechs Aufkleber, die sie mit einem (fiktiven) gleichaltrigen Kind teilen konnten bzw. sollten. Die Kinder konnten dabei frei entscheiden, ob und wie viele Aufkleber sie abgeben würden. Die Übergabe geschah nicht persönlich, sondern das teilende Kind durfte unbeobachtet die Aufkleber in je einen Umschlag für sich selbst und einen für das vermeintliche Empfängerkind stecken. 
 
Wie glücklich die Kinder beim Teilen waren, ermittelten die Forscherinnen anhand der Reaktionen und Gesichtsausdrücke, die sie auf einer siebenstufigen Skala codierten.

Deutlicher Einfluss der Motivation

Es zeigte sich, dass insbesondere die älteren Kinder insgesamt mehr Aufkleber abgeben wollten, wenn sie von Erwachsenen zum Teilen aufgefordert worden waren. Dies werteten die Forscherinnen als Zeichen dafür, dass die Fünfjährigen sich bereits stärker an sozialen Normen orientieren als die jüngeren Kinder. Die Freude am Teilen, die Jungen und Mädchen beider Altersgruppen zeigten, war jedoch nur dann deutlich messbar, wenn sie sich aus eigenem Antrieb zum Teilen entschlossen hatten. Im anderen Fall war weder positive noch negative Gefühlsveränderung erkennbar. Emotionaler Gewinn beim Teilen scheint somit von der Motivation der Kinder abzuhängen.
 
Dieser Zusammenhang verdient Beachtung in der frühkindlichen Erziehung, da kleine Kinder häufig zum Teilen und zur Entwicklung sozialer Verhaltensweisen aufgefordert werden. Weitere Studien sollen mögliche Wechselwirkungen zwischen Freigiebigkeit, Glücksgefühl und daraus erneut erwachsender Großzügigkeit genauer betrachten.
 

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Foto: Oksana Kuzmina/fotolia.com