Freie Träger: Ganztagesangebote sind eine bedeutende wirtschafts-, bildungs- und gesellschaftspolitische Errungenschaft
VFUKS-Vorsitzende Waltraud Weegmann: „Kita-Gebühren dürfen nicht dazu dienen, Haushaltlöcher zu stopfen. Kitas sind eine Investition in die Zukunft. Gebühren, die die Ganztagesbetreuung unverhältnismäßig verteuern, drängen Frauen in alte Rollenmuster. Das lehnen wir ab.“
Stuttgart, 17.11.2025. Der Verband freier unabhängiger Kindertagesstätten Stuttgart e.V. (VFUKS) kann die Ankündigung der Verwaltung sowie von CDU und Grünen nachvollziehen, die Elternbeiträge für Kindertagesstätten in Stuttgart zu erhöhen. Die Gebühren sollten allerdings für alle Angebotsformen gleichmäßig und insgesamt moderat steigen.
VFUKS-Vorsitzende Waltraud Weegmann sagt: „Es ist nachvollziehbar, die Elternbeiträge zu erhöhen, da die Sach- und Personalkosten sowie auch die Anforderungen an Kitas erheblich gestiegen sind. Wir kritisieren, dass Ganztagesplätze im Vergleich zu Plätzen mit sogenannten verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) deutlich teurer werden sollen.“
„Die Ganztagesbetreuung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur Stärkung der Wirtschaftskraft. Sie ermöglicht es Eltern – insbesondere Müttern –, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Gibt es dieses Angebot nicht, werden Frauen wieder in alte Rollenmuster zurückgedrängt und vermehrt in Teilzeit arbeiten. Vieles, was wir erreicht haben, wird so konterkariert – auch die Bekämpfung von Altersarmut bei Frauen.
Sozialpolitisch sorgt die Ganztagesbetreuung für mehr Chancengleichheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie unterstützt Familien unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, fördert Integration und entlastet Eltern im Alltag. Und bildungspolitisch ist die Ganztagesbetreuung ein Fundament für den späteren Bildungserfolg. Kitas sind längst Bildungsorte, in denen Kinder frühzeitig Sprache, soziale Kompetenzen und Lernfreude entwickeln. Eine ganztägige Betreuung ermöglicht individuelle Förderung, stabile Beziehungen und eine bessere Vorbereitung auf die Schule“, erklärt Weegmann, die auch Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Landeshauptstadt ist.
Außerdem sei bei der Bedarfsplanung das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern maßgeblich. Viele freie Träger setzten daher richtigerweise weiter auf das Ganztagsmodell, das Eltern die notwendige Flexibilität biete und welches sie bei städtischen Einrichtungen zunehmend nicht mehr fänden. Die Eltern-Bedarfe änderten sich häufig, entsprechend ihrer beruflichen Situation.
„Wir begrüßen, dass die Gemeinderatsfraktionen die von der Verwaltung geplanten, sehr hohen Elternbeiträge nicht umsetzen wollen. Die Überlegung, den freien Trägern im Gegenzug die Förderung zu kürzen, lehnen wir ab. Die Träger benötigen für eine qualitativ hochwertige und bedarfsorientierte Arbeit eine sichere und kostendeckende Finanzierung. Stuttgart kann auf ein vielfältiges Kita-Angebot stolz sein, das den Eltern Bildungs- und Betreuungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Konzepten und hoher Qualität bietet. Kitas galten in Stuttgart immer als eine Investition in die Zukunft und das muss auch so bleiben. Die Höhe der Elternbeiträge darf nicht dazu führen, dass Eltern sich ein Kitabesuch ihrer Kinder zwei Mal überlegen müssen – mit den geschilderten Folgen für unsere Gesellschaft“, zieht Weegmann Bilanz.
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