Kita-Finanzierung in Stuttgart

Häuschen aus 100-Euro-Scheinen vor Spielzeugregal

Freie Träger kündigen Gebühren-Erhöhung auf Höchstsatz an. Träger: „Stadt lässt uns keine Wahl“.

VFUKS-Pressemitteilung vom 8. April 2019:

Vor der Verwaltungsausschuss-Sitzung am Mittwoch (10.04.2019) kündigt eine Reihe von Freien Trägern an, die Elternbeiträge auf 150 Prozent der städtischen Kosten anzuheben. Einzelne Träger überlegten sogar, Einrichtungen wieder zurückzugeben. Dies werde nötig, sollte der gemeinsam erarbeitete Vorschlag der Verwaltung und der Freien Träger, die Fachpersonalkosten-Förderung im Jahr 2019 rückwirkend um 2,5 Prozent auf 92,5 Prozent bzw. 90 Prozent bei Betriebskitas zu erhöhen, keine Mehrheit finden.

„Leider lässt uns die Stadt Stuttgart keine andere Möglichkeit, als das Instrument der Elternbeiträge voll auszuschöpfen“, sagt Waltraud Weegmann, Vorsitzende des Verbands freier unabhängiger Kindertagesstätten Stuttgart (VFUKS). „Die Träger haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie die Finanzierung mit der jetzigen Förderung nicht mehr gewährleisten können. Dies war bereits in der Behandlung im letzten Doppelhaushalt bekannt und hätte schon damals geregelt werden können. Insofern können wir das Argument von CDU und Grünen, mit einer unterjährigen Finanzierung keinen Präzedenzfall schaffen zu wollen, nicht nachvollziehen. Dass der mühsam erarbeitete Kompromiss zwischen Jugendamt und Freien Trägern nicht umgesetzt werden soll, bringt die Träger in enorme finanzielle Schwierigkeiten und lässt ihnen als einzige Möglichkeit, die Elternbeiträge zu erhöhen. Genau dies wollten die Träger durch den gemeinsamen Kompromiss verhindern.“

„Die Stadt Stuttgart fördert die Einrichtungen der Freien Träger erheblich schlechter als ihre eigenen Kitas. Diese Ungleichbehandlung bekommen jetzt leider vor allem die Eltern zu spüren. Während die meisten Kommunen über Beitragssenkungen oder gar Beitragsfreiheit diskutieren, wird es in Stuttgart bei vielen freien Trägern wohl teurer“, so Michael Leibinger, Geschäftsführer der St. Josef gGmbH. Er hat seine Eltern bereits in einem Brief über mögliche Erhöhungen ab dem neuen Kita-Jahr im September informiert: „Meine Hoffnung ist, dass die Eltern den notwendigen Druck auf die Politik ausüben können, denn auf die Träger wird offensichtlich nicht gehört.“ Er hätte nie gedacht, dass er die Eltern um diesen Schritt bitten muss. Mit Blick auf die Gemeinderatswahl im Mai kündigt Leibinger weitere Aktionen an: „Einheitliche Elterngebühren in Stuttgart sind ein wichtiges sozialpolitisches Ziel.“

Freie Träger, die dieses Vorgehen unterstützen sind: Himpelchen & Pimpelchen, Internationaler Bund (IB), Konzept-e Netzwerk, pme Familienservice, Seepferdchen, St. Josef gGmbH, Weraheim

 

Bericht in den Stuttgarter Nachrichten

Die Stuttgarter Nachrichten berichten am 8.4.2019 über die von den freien unabhängigen Trägern geplante Maßnahme.

 

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